Was ist eigentlich Crowdfunding?

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In unserem aktuellen Artikel möchten wir euch die verschiedenen Crowdfunding-Formen vorstellen und die spannende Frage beantworten, in welchen Bereich wir uns einordnen.

Der Markt für Crowdfunding wächst weiterhin stark. Laut einer Studie von German Crowdfunding Network hat sich der Markt für Crowdinvesting im ersten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahr um das Dreifache vergrößert. Viele neue Plattformen und finanzierte Immobilienprojekte haben dazu beigetragen.  Bei Crowdlending hat sich der Markt sogar verfünffacht. In diesem Beitrag wollen wir diese Begriffe näher erläutern.

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Quelle: German Crowdfunding Networks, http://www.germancrowdfunding.net/daten/

Equity-Based-, Reward-Based-, Lending-Based-, Donation-Based- Crowdfunding

Crowdfunding ist eine alternative Finanzierungsform, bei der sich viele Geldgeber zusammenschließen, um gemeinsam Projekte zu finanzieren. Man spricht auch von der Schwarmfinanzierung. Diese erfolgt in der Regel über eine Online-Plattform. Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Crowdfunding-Arten entwickelt. Häufig findet man vier verschiedene Kategorien. Diese unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Gegenleistung, die die Crowd erhält.

Nicht finanzielle Gegenleistung

Bei dem Reward-Based Crowdfunding (klassisches Crowdfunding) finanziert die Crowd z.B. ein kulturelles Projekt oder ein innovatives Produkt. Hier erhält der Geldgeber in den meisten Fällen eine materielle Gegenleistung, wie zum Beispiel Eintrittskarten zur Premiere eines Kinofilms, der durch die Crowd finanziert wurde.

Keine Gegenleistung

Keine Gegenleistung wird bei dem Donation-Based Crowdfunding erwartet. Hier spendet die Crowd meistens für ein soziales Projekt. So können zum Beispiel viele Spender zusammen ein Hilfsprojekt finanziell unterstützen und dadurch etwas Gutes tun.

Finanzielle Gegenleistung

Das Equity -Based Crowdfunding wird in Deutschland Crowdinvesting genannt. Die finanzielle Gegenleistung steht im Vordergrund. Die Crowd erhält durch Ihre Investitionen eine Beteiligung an einem Unternehmen.  Die Crowd stellt dem Projektinhaber dadurch Mezzanine-Kapital (Mischform aus Eigen- und Fremdkapital) zur Verfügung. In den meisten Fällen handelt es sich um keine direkten Anteile (Gesellschafter), sondern um eine Beteiligung an den  Gewinnen und an der Wertsteigerung des Unternehmens.  Crowdinvesting findet bei der Startup-Finanzierung häufig Anwendung.

Auch bei dem Lending Based Crowdfunding steht die finanzielle Gegenleistung im Vordergrund. Jedoch beteiligt sich die Crowd nicht direkt an einem Projekt oder Unternehmen, sondern leiht dem Projektinhaber einen Kredit, welcher in einem festgelegten Zeitraum entsprechend verzinst wird. Der Projektinhaber erhält somit benötigtes Fremdkapital durch die Crowd. Dies kann unter Privatpersonen erfolgen oder zwischen Privatpersonen und Unternehmen.

Crowdfunding für Immobilien – Real Estate-Based Crowdfunding

Der Markt für Immobilien-Crowdfunding ist relativ jung. Eine genaue Definition hat sich in Deutschland noch nicht etabliert. Unserer Meinung nach ist eine genaue Einordnung in die zuvor beschrieben Formen aufgrund der jeweiligen Eigenschaften nicht möglich, bzw. projektabhängig. Daher haben wir uns für eine eigene Definition entschieden, welche wie folgt lautet:

Bei Crowdfunding für Immobilien steht wie bei Crowdlending und Crowdinvesting die finanzielle Gegenleistung im Vordergrund. In der Regel erfolgt eine direkte Investition in ein ausgewähltes  Immobilienprojekt über ein Nachrangdarlehen. Dies erfolgt über einen festgelegten Zeitraum mit einer festen Verzinsung. Der Projektinhaber erhält durch die Investitionen der Crowd Mezzanine-Kapital für die Projektfinanzierung. Dies ersetzt oder verringert den Eigenkapital-Anteil des Projektinhabers. In den meisten Fällen ist die Investition erfolgsabhängig. Ist das Projekt erfolgreich abgeschlossen, erhalten die Investoren ihre eingesetzte Kapitalsumme plus festgelegte Zinsen vom Projektinhaber zurück, unabhängig von der Höhe des erwirtschafteten Gewinns. Solange neben der Verzinsung keine Gewinnbeteiligung oder eine Beteiligung an der Wertsteigerung der Immobilie angeboten wird, ist der Investor nicht am Unternehmen direkt beteiligt.

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